Amortisation von Solaranlagen 2026: Wann rechnet sich Photovoltaik?

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18. Mai 2025

Amortisation von Solaranlagen - ein Sparschwein seht auf PV-Modulen und wir von der Sonne angestrahlt

Ob sich eine Photovoltaikanlage lohnt, entscheidet am Ende eine einfache Frage: Nach wie vielen Jahren hat der gesparte und verkaufte Strom die Anschaffung bezahlt? Diese Zeit nennt man Amortisation. Danach erzeugt die Anlage noch viele Jahre fast kostenlosen Strom.

2026 ist ein besonderes Jahr für diese Rechnung. Die Preise für Module und Speicher liegen auf einem historisch niedrigen Niveau, der Haushaltsstrom bleibt teuer, und mit der geplanten EEG-Novelle 2027 ändert sich, wie eingespeister Strom vergütet wird. Wir zeigen Ihnen eine nachvollziehbare Beispielrechnung, mit und ohne Speicher, und was die Gesetzesänderung für Ihre Planung bedeutet.

37,0 ct

kostet eine Kilowattstunde Haushaltsstrom 2026 im Durchschnitt (BDEW)

6–14 ct

kostet eine selbst erzeugte Kilowattstunde vom eigenen Dach (Fraunhofer ISE)

8–11 Jahre

bis sich eine typische Anlage in unserer Beispielrechnung bezahlt macht

So berechnen Sie die Amortisation einer Solaranlage

Die Formel ist einfach: Anschaffungskosten geteilt durch den jährlichen Vorteil. Der jährliche Vorteil setzt sich aus zwei Teilen zusammen:

  • Eigenverbrauch: Jede Kilowattstunde, die Sie selbst nutzen, müssen Sie nicht mehr für rund 37 Cent einkaufen. Das ist der größte Hebel.
  • Einspeisung: Für Strom, den Sie ins Netz abgeben, erhalten Sie die Einspeisevergütung. Für Anlagen bis 10 kWp, die zwischen August und Dezember 2026 in Betrieb gehen, sind das 7,70 Cent pro Kilowattstunde, garantiert für 20 Jahre.

Davon ziehen Sie die laufenden Kosten ab, zum Beispiel für Versicherung, Zähler und gelegentliche Prüfungen. Je mehr Solarstrom Sie selbst verbrauchen, desto schneller rechnet sich die Anlage. Deshalb spielen Speicher, Wärmepumpe und Elektroauto eine so große Rolle.

Beispielrechnung 2026: drei Szenarien im Vergleich

Für den Vergleich nehmen wir ein Einfamilienhaus im Bergischen Land mit einer 10-kWp-Anlage. Sie erzeugt bei guter Ausrichtung rund 9.000 kWh im Jahr. Eine schlüsselfertige Anlage dieser Größe kostet aktuell etwa 10.000 bis 15.000 €, wir rechnen mit 13.000 €. Ein 10-kWh-Speicher kommt mit rund 6.000 € dazu. Strompreise und Vergütung halten wir bewusst konstant, steigende Strompreise würden die Amortisation verkürzen.

A: PV ohne SpeicherB: PV mit SpeicherC: PV, Speicher, Wärmepumpe, E-Auto
Investitionca. 13.000 €ca. 19.000 €ca. 19.000 € (ohne Wärmepumpe und Wallbox)
Eigenverbrauchca. 30 %ca. 60 %ca. 75 %
Ersparnis Strombezugca. 1.000 € / Jahrca. 2.000 € / Jahrca. 2.360 € / Jahr
Einspeisevergütungca. 485 € / Jahrca. 280 € / Jahrca. 170 € / Jahr
Vorteil nach Betriebskostenca. 1.330 € / Jahrca. 2.080 € / Jahrca. 2.340 € / Jahr
Amortisationca. 10 Jahreca. 9 Jahreca. 8 Jahre

Szenario A: Photovoltaik ohne Speicher

Ohne Speicher nutzen Sie den Solarstrom vor allem dann, wenn tagsüber jemand zu Hause ist. Rund 30 % Eigenverbrauch sind typisch. Die Anlage hat sich nach etwa zehn Jahren bezahlt gemacht. Das ist solide, verschenkt aber einen großen Teil des Potenzials, weil der meiste Strom für 7,70 Cent ins Netz geht und abends für 37 Cent zurückgekauft wird.

Szenario B: Photovoltaik mit Stromspeicher

Ein Stromspeicher verschiebt den Mittagsstrom in den Abend. Der Eigenverbrauch verdoppelt sich ungefähr auf 60 %. Trotz der höheren Investition rechnet sich die Anlage in unserem Beispiel etwas schneller, und Sie sind deutlich unabhängiger von künftigen Strompreiserhöhungen.

Szenario C: Sektorenkopplung mit Wärmepumpe und E-Auto

Wenn zusätzlich eine Wärmepumpe, eine Klimaanlage oder ein Elektroauto Solarstrom abnehmen, steigt der Eigenverbrauch auf 75 % und mehr. Das verkürzt die Amortisation weiter. Wie das Zusammenspiel funktioniert, erklären wir im Beitrag zur Sektorenkopplung.

Was die EEG-Novelle 2027 für die Amortisation bedeutet

Die Bundesregierung hat im September 2026 einen Gesetzentwurf vorgelegt, der die Förderung neuer Solaranlagen grundlegend umstellt. Nach dem Entwurf sollen neue kleine Anlagen keine feste Vergütung über 20 Jahre mehr erhalten, sondern nur noch für drei Jahre eine Übergangszahlung von 5,2 Cent pro Kilowattstunde. Danach soll der Strom über einen Direktvermarkter verkauft werden. Das Gesetz ist noch nicht beschlossen (Stand: Anfang Oktober 2026), Details können sich ändern.

Für die Amortisation heißt das: Eingespeister Strom wird für neue Anlagen weniger wert. In unserem Szenario A würde sich die Amortisation auf rund elf Jahre oder mehr verlängern. Mit Speicher und hohem Eigenverbrauch fällt der Unterschied deutlich kleiner aus, weil nur noch wenig Strom ins Netz geht.

Stichtag: Inbetriebnahme bis 31. Dezember 2026

Anlagen, die bis zum 31. Dezember 2026 in Betrieb gehen, behalten nach aktuellem Stand die heutige Einspeisevergütung für volle 20 Jahre. Wer ohnehin über eine Photovoltaikanlage nachdenkt, sollte die Planung jetzt angehen, denn Material, Montage und Anmeldung brauchen einige Wochen Vorlauf.

Warum sich Photovoltaik im Bergischen Land lohnt

Das Bergische Land hat nicht die meisten Sonnenstunden Deutschlands, aber moderne Module arbeiten auch bei diffusem Licht zuverlässig. Entscheidend ist eine gute Planung: Viele Dächer in Remscheid, Wuppertal und Solingen sind verwinkelt, haben Gauben oder werden teilweise verschattet. Mit Modul-Wechselrichtern lässt sich auch dort ein guter Ertrag erzielen. Wie wir solche Dächer planen, lesen Sie im Beitrag Photovoltaik auf schwierigen Dächern.

Fazit: Eigenverbrauch entscheidet über die Amortisation

Eine Solaranlage hat sich 2026 in vielen Fällen nach acht bis elf Jahren bezahlt gemacht. Bei einer Lebensdauer von 25 Jahren und mehr bleibt danach ein langer Zeitraum mit sehr günstigem Strom. Am schnellsten rechnet sich eine Anlage, deren Strom Sie möglichst vollständig selbst nutzen. Und wer noch 2026 in Betrieb geht, sichert sich nach aktuellem Stand die volle Einspeisevergütung für 20 Jahre.

Wann rechnet sich Ihre Anlage?

Wir rechnen Ihre Amortisation mit Ihrem echten Verbrauch und Ihrem Dach durch, kostenlos und unverbindlich, direkt aus Remscheid.

Häufige Fragen zur Amortisation von Solaranlagen

Nach wie vielen Jahren amortisiert sich eine Solaranlage 2026?

Bei aktuellen Strompreisen von rund 37 ct/kWh meist nach acht bis elf Jahren. Ohne Speicher eher am oberen Ende, mit Speicher und hohem Eigenverbrauch am unteren Ende.

Wie berechne ich die Amortisation meiner PV-Anlage?

Teilen Sie die Anschaffungskosten durch den jährlichen Vorteil. Der Vorteil ergibt sich aus dem selbst genutzten Strom mal Strompreis plus dem eingespeisten Strom mal Einspeisevergütung, abzüglich laufender Kosten.

Verkürzt ein Stromspeicher die Amortisation?

Meist leicht, weil sich der Eigenverbrauch ungefähr verdoppelt. Wichtiger ist, dass Sie mit Speicher unabhängiger von steigenden Strompreisen und von der künftig geringeren Einspeisevergütung werden.

Welche Rolle spielt die Einspeisevergütung noch?

Eine kleinere als früher. 2026 gibt es 7,70 ct/kWh für Anlagen bis 10 kWp. Nach dem Gesetzentwurf zur EEG-Novelle sollen neue Anlagen ab 2027 nur noch eine kurze Übergangszahlung erhalten. Anlagen mit Inbetriebnahme bis 31.12.2026 behalten nach aktuellem Stand die volle Vergütung für 20 Jahre.

Wie lange hält eine Photovoltaikanlage?

Module verlieren laut Fraunhofer ISE nur etwa 0,5 % Leistung pro Jahr und halten in der Regel 25 bis 30 Jahre. Wechselrichter und Speicher werden je nach Modell früher getauscht, das sollte in die Planung einfließen.

Quellen (Stand: Oktober 2026):
BDEW-Strompreisanalyse, August 2026
Bundesnetzagentur: EEG-Fördersätze für Solaranlagen (August bis Dezember 2026)
Deutscher Bundestag, hib 701/2026: Gesetzentwurf zur EEG-Novelle (10.09.2026)
ADAC: Einspeisevergütung 2026 und geplante Änderungen 2027
Fraunhofer ISE: Aktuelle Fakten zur Photovoltaik in Deutschland (20.08.2026)
42watt: Photovoltaik-Kosten 2026

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